SPS-Retrofit · Bestandsmaschinen · Neutraubling bei Regensburg

SPS-Retrofit & Maschinensteuerung für Bestandsmaschinen

Die Maschine läuft. Bis sie es nicht mehr tut.

Viele Bestandsmaschinen erfüllen ihre eigentliche Aufgabe noch zuverlässig. Kritisch wird häufig nicht die Mechanik, sondern die Automatisierung dahinter: abgekündigte SPS-Baugruppen, alte Bediengeräte, schwer verfügbare Ersatzteile oder Engineering-Systeme, die sich kaum noch sinnvoll betreiben und erweitern lassen.

EMB modernisiert bestehende Maschinensteuerungen – von der Bestandsaufnahme und Sicherung vorhandener Projektstände über Hardware- und Softwareplanung bis zu Schaltschrankumbau, Inbetriebnahme und Dokumentation.

Siemens S7TIA PortalSTEP 7PROFIBUS / PROFINETEPLANSchaltschrankumbau
Verdrahteter Schaltschrank mit Steuerungstechnik aus der Fertigung von EMB in Neutraubling
Bestandsanlagen

Sieht Ihre Maschinensteuerung so aus?

Viele Maschinen laufen seit 15, 20 oder mehr Jahren zuverlässig. Die Mechanik ist oft noch völlig brauchbar – während SPS, Peripherie, Bediengeräte und Schaltschrank über Jahre gewachsen sind.

Das Problem zeigt sich häufig erst dann, wenn eine Baugruppe ausfällt, eine Erweiterung notwendig wird oder niemand mehr genau weiß, welcher Software- und Dokumentationsstand tatsächlich zur Maschine gehört. Dann sollte nicht erst beim nächsten ungeplanten Stillstand über ein Retrofit nachgedacht werden.

Siemens SIMATIC S7-300 Bestandssteuerung in einem Maschinen-Schaltschrank vor dem Retrofit
Bestandssteuerung mit Siemens SIMATIC S7-300 vor dem Retrofit

Alte SPS-Generation im laufenden Betrieb

Siemens SIMATIC S7-300 in einer bestehenden Maschinensteuerung. Solche Steuerungen sind in vielen Bestandsmaschinen noch im Einsatz. Bei einem Retrofit müssen Hardware, Software, I/O, Kommunikation und der vorhandene Schaltschrank gemeinsam betrachtet werden.

S7-300 auf S7-1500 modernisieren →
Geöffneter Bestands-Schaltschrank einer Maschine vor dem SPS-Retrofit und der technischen Bestandsaufnahme
Bestands-Schaltschrank vor der Modernisierung – Ausgangslage für die technische Bestandsaufnahme

Über Jahre gewachsener Schaltschrank?

Nachträgliche Änderungen, ältere Komponenten und gewachsene Verdrahtungsstrukturen sind bei Bestandsmaschinen keine Seltenheit. Vor einem Retrofit erfassen wir deshalb zunächst den tatsächlichen technischen Stand der Maschine.

Typische Warnzeichen

  • abgekündigte SPS oder HMI
  • Ersatzteile werden schwieriger verfügbar
  • STEP 7 Classic
  • alte Engineering-Rechner
  • fehlende oder unklare Projektstände
  • Schaltplan entspricht nicht mehr dem tatsächlichen Zustand
  • Erweiterungen werden zunehmend aufwendig
  • gewachsene Verdrahtungs- und Kommunikationsstrukturen
Bestandssteuerung prüfen lassen
Der Anlass

Wann wird eine alte Maschinensteuerung zum Risiko?

Eine funktionierende Maschine muss nicht allein deshalb ersetzt werden, weil ihre Steuerung in die Jahre gekommen ist. Gleichzeitig kann veraltete Automatisierungstechnik aus einem kleinen Defekt schnell ein ernstes Stillstandsproblem machen.

Der häufigste Anlass für einen Retrofit ist ein fehlendes Ersatzteil. Eine Baugruppe fällt aus, die Maschine steht, das Bauteil ist nicht mehr lieferbar. Der Gebrauchtmarkt bietet ungeprüfte Ware ohne Gewährleistung und mit unklarer Lieferzeit. Aus dem Instandhaltungsproblem wird eine Investitionsentscheidung.

Beim Retrofit bleibt die Maschine erhalten. Grundkörper, Fundament, Führungen und Werkzeugaufnahmen bleiben, ebenso die eingespielten Abläufe. Erneuert werden Steuerung, Antriebsschnittstellen, Bedienung, Sicherheitstechnik, Verdrahtung und Schaltschrank. Die Reparatur stellt dagegen den alten Zustand wieder her, der Neukauf ersetzt die gesamte Maschine.

Ersatzteile werden schwieriger verfügbar

SPS, I/O-Baugruppen, Bediengeräte oder Kommunikationskomponenten erreichen irgendwann eine Phase, in der Ersatz zunehmend schwieriger oder wirtschaftlich unattraktiver wird. Dann kann ein einzelner Defekt zu einem ungeplant langen Maschinenstillstand führen.

Engineering-Systeme altern mit

Viele ältere Anlagen basieren noch auf STEP 7 Classic, älteren WinCC-Versionen oder Engineering-Rechnern, die selbst zum Risiko werden. Spätere Änderungen und Erweiterungen werden dadurch zunehmend aufwendiger.

Die Maschine soll erweitert werden

Neue Sensorik, Antriebe, Kommunikation, Datenerfassung oder zusätzliche Funktionen treffen auf eine Steuerungsarchitektur, die ursprünglich für andere Anforderungen ausgelegt wurde.

Mechanik und Verfahren funktionieren weiterhin

Ist der eigentliche Maschinenprozess weiterhin sinnvoll nutzbar, kann eine gezielte Modernisierung der Automatisierung wirtschaftlich interessanter sein als der vollständige Ersatz der Maschine.

Typische Auslöser

  • Die Steuerung ist abgekündigt — Neuteile sind nicht mehr bestellbar.
  • Ersatz kommt nur noch aus Restbeständen oder vom Gebrauchtmarkt.
  • Der Maschinenhersteller ist vom Markt. Es gibt niemanden mehr zu fragen.
  • Die Störungssuche dauert lang, weil niemand mehr das Programm kennt.
  • Es gibt keine Schaltpläne — oder nur vergilbte auf Papier.
  • Die Sicherheitstechnik entspricht nicht mehr dem heutigen Stand.
  • Die Anlage liefert keine Daten: keine Stückzahlen, keine Rückmeldung.
  • Eine Erweiterung ist geplant, die mit der alten Steuerung nicht mehr geht.
Der Lebenszyklus

Wenn Steuerungstechnik in die Jahre kommt

Steuerungen haben einen Lebenszyklus, und der endet planbar. Nur erfährt man davon selten rechtzeitig. Siemens arbeitet mit Meilensteinen: Erst wird der Auslauf angekündigt, dann folgt die Typstreichung, ab der es keine Neuteile mehr gibt, und irgendwann endet auch die Ersatzteilverpflichtung. Was das für die gängigen Baureihen heute bedeutet:

Steuerung Stand Was das im Betrieb heißt
SIMATIC S5 Produktlebenszyklus zum 30.09.2020 beendet Seit 1. Oktober 2020 liefert Siemens keine Ersatzteile mehr und führt keine Reparaturen mehr durch. Ausgenommen sind nur einzelne Batterien und gesondert vereinbarte Lieferungen. Gefertigt wird die Reihe schon seit 2003 nicht mehr.
SIMATIC S7-300und ET 200M Typstreichung am 01.10.2025 erfolgtAuslauf angekündigt seit 01.10.2023 Neuteile gibt es nicht mehr. Baugruppen sind nur noch als Ersatzteil in ersatzteilüblicher Menge erhältlich oder können zur Reparatur eingesendet werden. Anlagenerweiterungen und Neuanlagen beliefert Siemens nicht mehr.
SIMATIC S7-400Signal-, Funktions- und PtP-Baugruppen Typstreichung zum 01.10.2026 angekündigtAuslauf angekündigt seit 01.10.2025 Betroffen sind Signalbaugruppen, Funktionsbaugruppen, PtP-CPs und das zugehörige Zubehör. Die S7-400-CPUs sind von dieser Mitteilung nicht erfasst — die Baureihe ist also nicht insgesamt am Ende.
WAGO e!COCKPIT Unterstützung zum 31.03.2025 eingestellt Seither gibt es keine Aktualisierungen mehr; WAGO verweist auf CODESYS 3.5. Die Controller 750-881, 750-882 und 750-885 führt WAGO selbst als abgekündigt.
Wie diese Übersicht zu lesen ist. Sie zeigt den Produktstatus beim jeweiligen Hersteller, nicht den Zustand einer konkreten Maschine. Der Produktauslauf einer Steuerung bedeutet nicht, dass eine Anlage sofort modernisiert werden muss. Für Betreiber verändert sich mit zunehmendem Alter jedoch die Risikobetrachtung: Verfügbarkeit, Ersatzteilstrategie, Engineering-Software und Erweiterbarkeit müssen gemeinsam betrachtet werden.

Angaben nach den Produktmitteilungen der Hersteller: Siemens Industry Online Support, Beiträge 109776026, 109809890 und 109987812, sowie WAGO Product Discontinuance Notice. Geprüft am 29. August 2026. Verbindlich ist immer die aktuelle Auskunft des Herstellers.

Ein Enddatum für die Ersatzteilversorgung nennt Siemens bewusst nicht. Die endgültige Abkündigung ist nach Siemens-Planung nicht vor Ablauf von zehn Jahren nach der Auslaufankündigung vorgesehen — mit dem ausdrücklichen Hinweis, dass sich das für einzelne Baugruppen nicht gewährleisten lässt. Wer heute noch mit S5 oder S7-300 produziert, sollte deshalb nicht auf ein Datum warten, sondern selbst planen, wann der Umbau am wenigsten weh tut.

Als Nachfolger empfiehlt Siemens die SIMATIC S7-1500 mit der Peripherie ET 200MP beziehungsweise ET 200SP, in der Prozessautomatisierung die ET 200SP HA. Genau dort liegt unser Schwerpunkt.

Siemens SPS-Migration

Siemens S7-300 / S7-400 auf S7-1500 modernisieren

In vielen Bestandsmaschinen arbeiten noch SIMATIC-Steuerungen der Familien S7-300 oder S7-400. Eine Modernisierung kann auf eine aktuelle Steuerungsgeneration wie die S7-1500 führen. Ein Retrofit ist dabei jedoch kein einfacher Austausch einer CPU gegen eine neue Artikelnummer.

Für S7-300 und ET 200M hat Siemens den Meilenstein Typstreichung zum 1. Oktober 2025 gesetzt. Seitdem sind die Baugruppen nur noch als Ersatzteil zu beziehen oder zur Reparatur einzusenden; Anlagenerweiterungen und Neuanlagen werden nicht mehr beliefert. Der Ersatzteilbezug ist nach Herstellerangabe bis zum Meilenstein PM490 vorgesehen, geplant für den 1. Oktober 2033. Als Nachfolgesysteme nennt Siemens ET 200MP, ET 200SP und ET 200SP HA.

Vor einer Migration zu betrachten

  • vorhandene CPU
  • I/O-Struktur
  • Signalarten
  • dezentrale Peripherie
  • PROFIBUS
  • PROFINET
  • HMI
  • Antriebe
  • Safety
  • Schnittstellen zu Fremdsystemen
  • Softwarestand
  • vorhandene Quellprojekte
  • Schaltplan
  • Aufbau des Schaltschranks
Zur Auswahl der neuen Komponenten. Eine Vergleichstabelle kann bei der Vorauswahl helfen – die technische Eignung der neuen Komponenten muss trotzdem für die konkrete Maschine geprüft werden. Eine angegebene Nachfolge- oder Vergleichsbaugruppe ist nicht automatisch ein mechanischer und funktionaler 1:1-Ersatz.
Bestehende Software weiterdenken

STEP 7 Classic auf TIA Portal migrieren

Bei älteren Maschinen ist nicht nur die Hardware entscheidend. Ebenso wichtig ist die Frage, in welchem Engineering-System das bestehende Programm erstellt wurde und ob die notwendigen Projektdateien vollständig verfügbar sind.

Ein vorhandenes STEP-7-Classic-Projekt kann je nach Projektstand eine wichtige Grundlage für die Modernisierung sein. Trotzdem bedeutet Migration nicht automatisch, dass das alte Projekt unverändert auf einer neuen S7-1500 läuft.

Zu prüfen sind beispielsweise

  • Programmstruktur
  • verwendete Bausteine
  • Hardwarebezug
  • Symbolik
  • Kommunikationsfunktionen
  • HMI-Anbindung
  • Optionspakete
  • GSD-Dateien
  • Safety
  • geschützte Bausteine
  • Fremdkomponenten
Besonderheit bei TIA Portal V21. Mit TIA Portal V21 hat Siemens den direkten Migrationsweg für klassische Projekte geändert. Projekte aus STEP 7 Classic, WinCC flexible, WinCC V7 sowie integrierte Projekte können nicht mehr direkt in TIA Portal V21 oder neuer migriert werden.
Der vorgesehene Weg für Bestandsprojekte. Siemens sieht für solche Projekte zunächst die Migration über eine ältere Fassung vor: Das Projekt wird mit dem Migration Tool V20 in eine Migrationsdatei umgewandelt, diese mit TIA Portal V20 in ein TIA-Projekt migriert. Das daraus entstandene Projekt lässt sich anschließend auf eine aktuelle Produktversion hochrüsten. Welcher Migrationsweg für eine konkrete Maschine sinnvoll ist, hängt zusätzlich vom vorhandenen Projekt, der Hardware, eingesetzten Optionspaketen und weiteren Komponenten ab.

Aus dem Migrationsleitfaden von Siemens ergeben sich außerdem praktische Randbedingungen: Ein Readiness-Check kann vorab prüfen, welche Baugruppen sich direkt übernehmen lassen. Multiprojekte lassen sich nicht als Ganzes migrieren. Und für die Übernahme eines HMI-Projekts muss dieses in einem migrierbaren Stand vorliegen.

Was wir machen

Ein SPS-Retrofit endet nicht beim Austausch der CPU

Beim Retrofit tauschen wir die vorhandene Steuerung gegen eine neue SPS und schreiben die Software neu. Beides erledigen wir im eigenen Haus. Wir programmieren Siemens mit dem TIA Portal und WAGO. Einen externen Programmierer kaufen wir nicht zu. Der Ansprechpartner für die Steuerung ist derselbe wie für den Schaltschrank, auch nach der Inbetriebnahme.

Ein bestehendes SPS-Programm lässt sich selten einfach übernehmen. Bei sehr alten Steuerungen bauen wir die Funktion neu auf, anhand dessen, was die Maschine tatsächlich tun soll. Das Ergebnis ist ein strukturiertes und kommentiertes Programm, das auch bei späteren Änderungen lesbar bleibt.

Das Wissen über Eigenheiten und Sonderfälle steckt in den Köpfen, nicht im Ordner. Wir nehmen die Funktion deshalb gemeinsam mit dem Bedienpersonal auf, das die Maschine täglich fährt. Ohne diese Aufnahme geht das Wissen beim Umbau verloren.
Bestehende Kommunikation sinnvoll behandeln

PROFIBUS weiterverwenden oder auf PROFINET migrieren?

Eine bestehende PROFIBUS-Struktur muss bei einem Retrofit nicht automatisch vollständig entfernt werden. Je nach Maschine kann es sinnvoll sein, vorhandene Teilnehmer zunächst weiter zu nutzen, Teilbereiche zu modernisieren, geeignete Übergänge einzusetzen, dezentrale Peripherie zu ersetzen – oder die Kommunikation vollständig neu aufzubauen.

Entscheidend sind unter anderem

  • Zustand der Teilnehmer
  • Ersatzteilverfügbarkeit
  • zukünftige Erweiterungen
  • neue SPS-Hardware
  • Diagnoseanforderungen
  • Maschinenstillstand
  • wirtschaftlicher Aufwand
Kein Umbau um des Umbaus willen. Ziel ist keine Modernisierung um der Modernisierung willen. Die neue Struktur muss technisch zur Maschine und zu ihrer geplanten weiteren Nutzung passen.
Bestandsmaschinen sind selten perfekt dokumentiert

Was tun, wenn SPS-Projekt oder Schaltplan fehlen?

Gerade bei älteren Maschinen entspricht die Dokumentation nicht immer dem tatsächlichen Stand.

Typische Situationen

  • Schaltplan wurde nach Umbauten nicht aktualisiert
  • SPS-Projekt liegt nur auf einem alten Engineering-Rechner
  • HMI-Projekt fehlt
  • letzte Programmänderungen sind nicht nachvollziehbar
  • Passwörter oder Zugänge fehlen
  • ursprünglicher Maschinenbauer existiert nicht mehr
  • Quellcode ist nicht vollständig vorhanden

Ob und mit welchem Aufwand ein Retrofit unter diesen Bedingungen möglich ist, lässt sich erst nach einer Bestandsaufnahme seriös beurteilen.

Was wir nicht versprechen. Wir versprechen nicht, jede Altmaschine ohne Quellcode problemlos migrieren zu können. Zuerst wird geprüft, was tatsächlich vorhanden und technisch nutzbar ist.
Sicherheitstechnik

Safety beim Maschinen-Retrofit

An älteren Maschinen ist die Sicherheitstechnik oft der Teil, der am weitesten hinter dem heutigen Stand zurückliegt. Wir finden regelmäßig einen einkanaligen Not-Halt, eine Schutztür ohne Überwachung oder ein Schütz ohne Rückführung. Im laufenden Betrieb fallen diese Mängel nicht auf.

Sicherheitsstromkreise planen und bauen wir nach DIN EN ISO 13849-1. Welche Anforderung im Einzelfall gilt, leiten wir je Sicherheitsfunktion aus der Risikobeurteilung der Maschine ab. Vorab nennen wir deshalb keine Stufe, sondern legen die Schaltung nach der ermittelten Anforderung aus.

Die Prüfung der elektrischen Ausrüstung verlangt DIN EN 60204-1 nicht nur beim Errichten, sondern auch nach Änderungen an der Maschine. Für unseren Leistungsumfang führen wir die Prüfung nach dem Umbau durch und dokumentieren sie.

Elektrische Ausrüstung fachgerecht betrachten

Normen beim Retrofit von Maschinensteuerungen

Welche technischen Regeln anzuwenden sind, hängt vom tatsächlichen Umfang und Aufbau der Maschine beziehungsweise des Umbaus ab. Bei der elektrischen Ausrüstung von Maschinen ist insbesondere die DIN EN 60204-1 relevant.

Je nach Aufbau und Anwendungsbereich können zusätzlich Anforderungen an Niederspannungs-Schaltgerätekombinationen sowie weitere produkt- und sicherheitsbezogene Normen relevant werden. Welche das im Einzelfall sind, ergibt sich aus der Maschine und dem geplanten Umbau – nicht umgekehrt.

Was Sie vorher wissen sollten

Wann wird ein Retrofit zur wesentlichen Veränderung?

Ein Umbau kann dazu führen, dass die Maschine rechtlich als neue Maschine gilt. Dann treffen denjenigen, der sie in Verkehr bringt, Herstellerpflichten: Konformitätserklärung, technische Unterlagen, CE-Kennzeichnung. Ein günstiger Umbau kann dadurch teuer werden, wenn die Pflichten vorher niemand prüft.

Maßgeblich sind derzeit das Produktsicherheitsgesetz mit der 9. Produktsicherheitsverordnung; als Auslegungshilfe dient das Interpretationspapier des BMAS. Ab dem 20. Januar 2027 gilt unmittelbar die EU-Maschinenverordnung (EU) 2023/1230.

Wie wir damit umgehen. Vor dem Angebot erfassen wir den technischen Umfang des Umbaus und stellen die Angaben zusammen, die Sie für Ihre Bewertung benötigen. Die Bewertung selbst treffen Sie als Betreiber, auf Wunsch mit Ihrer Fachkraft für Arbeitssicherheit oder einem CE-Koordinator. Welche Verantwortlichkeiten sich aus einem umfangreichen Retrofit ergeben, muss anhand des konkreten Umbaus und der Rollen im Projekt bewertet werden. Leistungsumfang und Verantwortlichkeiten grenzen wir deshalb projektbezogen ab.
Stillstand kostet

SPS-Software, EPLAN und Schaltschrankumbau aus einem Haus

Eine neue Steuerung verändert häufig auch den Schaltschrank. Andere Baugrößen, neue I/O, Netzteile, Kommunikationskomponenten, Safety-Hardware oder neue Anschlusstechnik können mechanische und elektrische Änderungen erforderlich machen. EMB verbindet Automatisierung mit eigenem Schaltschrankbau in Neutraubling.

Software und Hardware gehören zusammen. Bei einem Retrofit müssen Software und elektrische Hardware zusammen funktionieren. Genau deshalb betrachten wir beides als ein Projekt.

Mehr über unseren Schaltschrankbau →

Der teuerste Teil eines Retrofits ist nicht das Material, sondern der Stillstand der Maschine. Der neue Schaltschrank wird deshalb vor dem Umbau in unserer Werkstatt aufgebaut, verdrahtet und geprüft. Ihre Anlage produziert in dieser Zeit weiter.

Wir planen in EPLAN Electric P8 und fertigen den Schaltschrank nach DIN EN 61439.

Der Weg

So läuft ein SPS-Retrofit bei EMB ab

  1. Bestandsaufnahme vor Ort

    Wir nehmen die Anlage auf: verbaute Steuerung, Antriebe, Sensorik, Schaltschrank, vorhandene Unterlagen. Dazu sprechen wir mit dem Bedienpersonal. Es kennt Eigenheiten der Maschine, die in keinem Plan stehen.

  2. Funktion dokumentieren

    Aus dem Bestand entsteht eine Beschreibung dessen, was die Maschine tut. Sie ist die Grundlage für die neue Steuerung. Fehlen die alten Unterlagen, ist das der aufwendigste Schritt.

  3. Planung und Schaltschrankbau

    Auf Basis der Beschreibung konstruieren wir die neue Elektrik in EPLAN. Den Schaltschrank bauen wir bei uns in Neutraubling.

  4. Umbau im geplanten Stillstand

    Ausbau der alten Elektrik, Einbau des neuen Schaltschranks, Verdrahtung und Anschluss. Der Termin richtet sich nach Ihrem Betrieb, etwa nach Betriebsurlaub, Wochenende oder Schichtpause.

  5. Inbetriebnahme und Übergabe

    Programm aufspielen, Funktionen durchfahren, elektrische Prüfung. Danach weisen wir Ihre Instandhaltung ein. Die Unterlagen zur Anlage bekommen Sie aktuell und digital.

Produktionsunterbrechung mitdenken

Wie lässt sich die Stillstandszeit beim Retrofit reduzieren?

Der eigentliche Umbau findet häufig an einer produktiven Bestandsmaschine statt. Deshalb ist die Vorbereitung entscheidend. Je mehr sich vorab klären und vorbereiten lässt, desto weniger Arbeiten müssen erstmals während des Maschinenstillstands durchgeführt werden.

Projektabhängig gehören dazu

  • Bestandsaufnahme
  • Programmsicherung
  • Hardwareplanung
  • Schaltschrankvorbereitung
  • Softwarevorbereitung
  • Schnittstellenklärung
  • Materialbereitstellung
  • Inbetriebnahmeplan
Ohne Kenntnis der Anlage keine Zusage. Wie lange eine Maschine tatsächlich steht, hängt von Umfang, Schnittstellen, Umbau und Inbetriebnahme ab. Eine feste Stillstandszeit nennen wir deshalb erst, wenn der Bestand aufgenommen ist.
Technisch und wirtschaftlich bewerten

Wann lohnt sich ein Retrofit gegenüber einer neuen Maschine?

Ein Retrofit ist besonders interessant, wenn Mechanik und Verfahren der bestehenden Maschine weiterhin sinnvoll genutzt werden können, die Automatisierungstechnik jedoch zunehmend zum Risiko wird.

Bei der Entscheidung spielen typischerweise eine Rolle

  • mechanischer Zustand
  • verbleibende Nutzungsdauer
  • Ersatzteilverfügbarkeit
  • Softwarezustand
  • Dokumentation
  • notwendige Safety-Anpassungen
  • Umfang des Umbaus
  • Produktionsunterbrechung
  • Kosten einer Ersatzmaschine
  • zukünftige Anforderungen
Nicht immer ist der Retrofit die bessere Lösung. Bei manchen Maschinen ist eine Neuanschaffung sinnvoller. Entscheidend ist die konkrete technische Ausgangslage.
Preis

Was kostet ein SPS-Retrofit?

Den Preis eines Retrofits bestimmen diese Faktoren:

Zustand der Unterlagen
Der größte Einzelposten. Sind Schaltpläne und Programm vorhanden, entfällt die Bestandsaufnahme weitgehend. Fehlen sie, muss die Funktion erst erarbeitet werden.
Umfang der Ein- und Ausgänge
Wie viele Signale zu übernehmen sind, bestimmt Steuerungsgröße, Verdrahtungsaufwand und Prüfzeit.
Antriebe
Bleiben vorhandene Antriebe und Umrichter, oder werden sie mitgetauscht? Das ist oft die zweite große Weiche.
Sicherheitstechnik
Was heute fehlt, muss ergänzt werden — Schutztürüberwachung, zweikanaliger Not-Halt, sichere Abschaltung.
Stillstandsfenster
Je enger das Zeitfenster, desto mehr muss vorbereitet und parallel gearbeitet werden.

Nach der Bestandsaufnahme bekommen Sie ein Angebot mit nachvollziehbaren Positionen. Wie sich Preise im Schaltschrankbau zusammensetzen, steht ausführlicher unter Kosten und Planung im Schaltschrankbau.

Einsatzgebiet

Maschinen-Retrofit in Bayern und darüber hinaus

Unsere Werkstatt steht in Neutraubling, rund 20 Minuten von Regensburg. Wenn bei der Inbetriebnahme eine Frage auftaucht, ist jemand in einer halben Stunde vor Ort, nicht erst am nächsten Werktag.

Wir arbeiten im Raum Regensburg und Neutraubling, in der Oberpfalz und in Niederbayern, für größere Projekte auch darüber hinaus in Bayern.

FAQ

Häufig gestellte Fragen zum
SPS-Retrofit

Viele Maschinen mit einer bestehenden S7-300-Steuerung können grundsätzlich auf eine aktuelle Steuerungsgeneration wie die S7-1500 modernisiert werden. Ein automatischer 1:1-Tausch ist das jedoch nicht. CPU, I/O, Kommunikation, HMI, Software, Antriebe, Safety und der Schaltschrank müssen für die jeweilige Maschine betrachtet werden.

Nein. Eine S7-1500 sollte nicht pauschal als mechanischer und funktionaler 1:1-Ersatz für eine beliebige S7-300-Baugruppe verstanden werden. Vergleichs- und Migrationstabellen helfen bei der Vorauswahl, ersetzen aber nicht die technische Prüfung der konkreten Anwendung.

Siemens hat für S7-300 und ET 200M zum 1. Oktober 2025 die Typstreichung gesetzt. Seitdem sind die Baugruppen nur noch als Ersatzteil in ersatzteilüblicher Menge zu beziehen oder zur Reparatur einzusenden; Anlagenerweiterungen und Neuanlagen werden nicht mehr beliefert. Der Ersatzteilbezug ist nach Herstellerangabe bis zum Meilenstein PM490 vorgesehen, geplant für den 1. Oktober 2033.

Das hängt vom vorhandenen Projekt, der verwendeten Hardware, den Softwareversionen und zusätzlichen Komponenten ab. Bestehende Projekte können eine wichtige Grundlage für die Migration darstellen. Der konkrete Migrationsweg richtet sich jedoch nach dem Projekt und der verwendeten TIA-Portal-Version.

Ab TIA Portal V21 unterstützt Siemens die direkte Migration klassischer STEP-7-Projekte in der aktuellen TIA-Version nicht mehr. Für entsprechende Bestandsprojekte erfolgt die Migration zunächst mit dem Siemens Migration Tool und TIA Portal V20 oder einer dafür unterstützten früheren Version. Das entstandene TIA-Projekt kann anschließend auf die aktuelle Produktversion hochgerüstet werden. Ob ein bestehendes Projekt vollständig übernommen werden kann und welche Anpassungen erforderlich sind, muss für die jeweilige Maschine geprüft werden.

Nein. Eine bestehende PROFIBUS-Struktur muss nicht automatisch vollständig entfernt werden. Ob Teilnehmer weiterverwendet, Teilbereiche modernisiert oder auf PROFINET umgestellt werden, hängt von Hardware, Ersatzteilverfügbarkeit, Erweiterungsbedarf und dem Gesamtkonzept der Maschine ab.

Nicht zwingend. Entscheidend sind unter anderem Schnittstellen, Projektdateien, Ersatzteilverfügbarkeit, Softwarestand und Kompatibilität zur zukünftigen Steuerungsstruktur.

Dann muss zunächst geprüft werden, welche Daten noch vorhanden oder aus bestehenden Systemen verfügbar sind. Fehlender Quellcode kann eine Migration erheblich erschweren und in manchen Fällen eine teilweise oder vollständige Neuerstellung von Funktionen notwendig machen. Eine belastbare Aussage ist erst nach Prüfung der Maschine möglich.

Häufig sind zumindest Anpassungen erforderlich. Neue SPS-, I/O-, Netzteil-, Kommunikations- oder Safety-Komponenten können andere Abmessungen, Anschlusstechniken und Verdrahtungen erfordern. EMB kann solche Arbeiten zusammen mit dem Retrofit planen und umsetzen.

Das lässt sich ohne Kenntnis der Anlage nicht pauschal beantworten. Ziel einer guten Vorbereitung ist, möglichst viele Arbeiten vor dem eigentlichen Stillstandsfenster durchzuführen. Der tatsächlich notwendige Stillstand hängt unter anderem von Umfang, Schnittstellen, Umbau und Inbetriebnahme ab.

Nicht automatisch. Entscheidend ist der konkrete Umfang der Veränderung und deren Auswirkungen auf die Maschine, Gefährdungen und Schutzmaßnahmen. Bei umfangreicheren Änderungen kann eine weitergehende Bewertung erforderlich werden.

Eine seriöse Pauschale ist ohne Kenntnis der Anlage nicht möglich. Hardwareumfang, Software, I/O, Kommunikation, HMI, Safety, Schaltschrankarbeiten, vorhandene Dokumentation und Inbetriebnahme beeinflussen den Aufwand wesentlich.

Hilfreich sind Maschinenbezeichnung, SPS-Typ und Artikelnummern, Fotos des Schaltschranks, vorhandene Schaltpläne, Softwarestände und eine kurze Beschreibung des Problems beziehungsweise des gewünschten Zielzustands.

Anfrage

Welche Steuerung ist bei Ihnen im Einsatz?

Beschreiben Sie uns kurz, worum es geht — Maschinentyp, verbaute Steuerung, was heute nicht mehr funktioniert. Wir melden uns und sagen Ihnen, ob sich ein Retrofit lohnt. Auch dann, wenn die Antwort nein lautet.

Lieber telefonisch? 09401 526310 — oder per E-Mail an info@emb-neutraubling.de.

Bestandsmaschine modernisieren

Ihre Maschine soll weiterlaufen – aber nicht mit einem unkalkulierbaren Steuerungsrisiko?

Schicken Sie uns Informationen zur vorhandenen Maschine, Steuerung und aktuellen Problemstellung. Wir betrachten zunächst den technischen Bestand und klären anschließend, welche Modernisierung für die konkrete Anlage sinnvoll umgesetzt werden kann.

Ihre Anfrage ist angekommen.

Eilig? Rufen Sie uns direkt an: 09401 526310